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Playlist of Reinhard Mey

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  • Reinhard Mey - Über den Wolken

    4:38

    Reinhard Mey - Über den Wolken

  • Reinhard Mey - Das Narrenschiff

    5:57

    Aus aktuellem Anlass ein Bericht aus der SPD Parteizentrale ;-)

    Das Narrenschiff

    Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm,
    Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
    Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
    Und rollen und Stampfen und schwere See,
    Die Bordkapelle spielt „Humbatäterä,
    Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
    Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
    Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,
    Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
    Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
    Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,
    Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten!

    Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
    Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
    Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
    Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
    Klabautermann führt das Narrenschiff
    Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.

    Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
    Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
    Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.
    Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
    Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
    Auf die Sandbank, bei der wohlbekannten Schatzinsel.
    Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
    Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
    Im hellen Licht, niemand muß sich im Dunkeln rumdrücken
    In der Bananenrepublik, wo selbst der Präsident
    Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
    Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.

    Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
    Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
    Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
    Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
    Klabautermann führt das Narrenschiff
    Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.
    Man hat sich glatt gemacht, man hat sich arrangiert.
    All die hohen Ideale sind havariert,
    Und der große Rebell, der nicht müd' wurde zu streiten,
    Mutiert zu einem servilen, gift'gen Gnom
    Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom
    Seine Lieder, fürwahr: Es ändern sich die Zeiten!
    Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
    Gekauft, narkotisiert und flügellahm,
    Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
    Und eitle Greise präsentier'n sich keck
    Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
    Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen.

    Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
    Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
    Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
    Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
    Klabautermann führt das Narrenschiff
    Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.

    Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
    Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
    Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
    Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
    Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
    Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
    Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
    Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
    Sie zieh'n wie Lemminge in willenlosen Horden.
    Es ist, als hätten alle den Verstand verlor'n,
    Sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor'n,
    Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.

    Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
    Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
    Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
    Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
    Klabautermann führt das Narrenschiff
    Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.

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  • Reinhard Mey-Über den Wolken

    3:52

    Über den Wolken
    Wind Nord/Ost Startbahn null drei,
    Bis hier hör' ich die Motoren.
    Wie ein Pfeil zieht sie vorbei,
    Und es dröhnt in meinen Ohren,
    Und der nasse Asphalt bebt.
    Wie ein Schleier staubt der Regen,
    Bis sie abhebt und sie schwebt
    Der Sonne entgegen.

    Über den Wolken muß die Freiheit wohl grenzenlos sein.
    Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,
    Blieben darunter verborgen und dann
    Würde, was und groß und wichtig erscheint,
    Plötzlich nichtig und klein.

    Ich seh' ihr noch lange nach,
    Seh' sie die Wolken erklimmen,
    Bis die Lichter nach und nach
    Ganz im Regengrau verschwimmen.
    Meine Augen haben schon
    Jenen winz'gen Punkt verloren.
    Nur von fern klingt monoton
    Das Summen der Motoren.

    Über den Wolken...

    Dann ist alles still. Ich geh'
    Regen durchdringt meine Jacke,
    Irgend jemand kocht Kaffee
    In der Luftaufsichtsbaracke.
    In den Pfützen schwimmt Benzin,
    Schillernd wie ein Regenbogen.
    Wolken spiegeln sich darin.
    Ich wär' gern mitgeflogen.

  • Reinhard Mey - Wenn ich betrunken bin

    5:04

    Wenn ich betrunken bin

    Wenn ich betrunken bin, dann merkt man das nicht gleich:
    Mein Redefluß wird glatt und meine Sprache blumenreich,
    Ich fang nicht an zu nerven und aus der Rolle zu fallen,
    Ich fang nicht an zu labern, zu krakeelen und zu lallen.
    Dann schwinden ganz allmählich meine Gleichgewichtsstörungen,
    Der Nebel in mir lichtet sich, ich red mit Engelszungen.
    Dann find ich all die Worte, die mir fehlen haargenau,
    Dann sprech ich schön, wie Dagmar Berghoff einst in der Tagesschau
    Und was ich sag hat Hand und Fuß und Kopf und einen Sinn,
    Wenn ich betrunken bin.

    Wenn ich betrunken bin, dann such ich keinen Streit,
    Dann kommt mein bess'res Ich, das alles versteht und verzeiht.
    Ich werde nicht beleidigend, ich muß auch nicht rumpöbeln,
    Brauch nicht zu grapschen und wildfremde Leute zu vermöbeln.
    Dann wird der inn're Schweinehund zur inn'ren Schweinehündin,
    Der dunkelste Abgrund in mir zur lichtesten Abgründin.
    Dann bricht das Gute aus mir raus, das sich schon lang aufstaut,
    Dann halt ich auch die andre Backe hin, wenn einer haut.
    Dann wird die Niete, die mich vollquatscht doch noch ein Gewinn,
    Wenn ich betrunken bin.

    Wenn ich betrunken bin - da merkst du nichts davon -
    Dann seh nur ich den kleinen Mann mit dem Akkordeon
    Der spielt so überirdisch schön, so rein und so kristallen
    Da muß ich wie ein Schloßhund heuln und fast ins Koma fallen.
    Und dann seh ich ein Rudel Fabeltiere mich umringen,
    Ein Dutzend haar'ge Burschen, die aus voller Kehle singen,
    'Nen schleppend, schleim'gen Schlager, ja, tatsächlich, vor mir stehn
    Zwölf Yetis und brummen: Ich hab Reinhold Messner gesehn...
    Manchmal glaub ich, ich seh zuviel, manchmal glaub ich, ich spinn!
    Wenn ich betrunken bin.

    Wenn ich betrunken bin, werd ich aufklärerisch,
    Dann sitz ich mit Admiral van Snyder am selben Tisch
    Mit Winterbottom, Pommeroy, Sir Toby und es kostet
    Mich ein Lächeln zuzugeben, daß mein Intimpiercing rostet.
    Dann geb ich meine Unzulänglichkeiten zu vor allen:
    Ja, seht mich an, mir ist mein Soufflé zusammengefallen!
    Dann sprech ich offen aus, was keiner sich zu sagen traut:
    Ich steh gar nicht auf Sushi, ja ich hab Orangenhaut,
    Und Grass kann ich nicht lesen! Ja, das ist alles in mir drin.
    Wenn ich betrunken bin.

    Wenn ich betrunken bin, dann werde ich ganz still,
    Dann schaue ich nach innen und da seh ich, was ich will.
    Dann lächl' ich scheinbar grundlos und dann steh ich kerzengrade
    Die Erdenschwere an den Füßen und spüre die Gnade:
    Ich brauch, um irgendwann beseelt unter den Tisch zu sinken,
    Weil ich naturbetrunken bin, überhaupt nichts zu trinken.
    Vielleicht bin ich, wie Obelix als Kind in Zaubertrank
    Hineingefallen und das hält jetzt vor, ein Leben lang?
    Manchmal bin ich in Wirklichkeit stocknüchtern in mir drin
    Wenn ich betrunken bin.

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  • Reinhard Mey – Klaar Kiming, Rüm Hart

    2:27:22

    Die volle Aufzeichnung des Konzerts von Reinhard Mey im Kulturpalast Dresden am 18. Oktober 2002 im Rahmen seines Rüm Hart-Tournées.

    Titelliste:
    1. Das Narrenschiff (0:00:18)
    2. Ein Stück Musik von Hand gemacht (0:08:01)
    3. Aber heute (0:12:10)
    4. Sei wachsam (0:19:20)
    5. Immer mehr (0:25:11)
    6. Zeugnistag (0:30:49)
    7. Faust in der Hand (0:39:09)
    8. Der kleine Wiesel (0:44:30)
    9. Gernegroß (0:49:13)
    10. Pöter (0:53:10)
    11. Neulich in der Dessous-Abteilung (1:03:24)
    12. Ich singe um mein Leben (1:08:35)
    13. Rüm hart (1:13:17)
    14. Mein Land (1:19:51)
    15. Wenn ich betrunken bin (1:25:06)
    16. Weißt du noch, Etienne (1:30:41)
    17. Ich liebe dich (1:36:40)
    18. Ich bin (1:40:49)
    19. Frei! (1:49:41)
    20. Die Blitzlichter machen uns zu Idioten (1:56:30)
    21. Lebt wohl, adieu, gute Nacht (2:02:00)
    22. Irgendein Depp mäht (sic!) irgendwo immer (2:08:16)
    23. Lass Liebe auf uns regnen (2:14:08)
    24. Viertel vor sieben (2:18:19)

  • Reinhard Mey - Diplomatenjagd

    3:18

    Der deutsche Liedermacher Reinhard Mey bei seinem Auftritt in der Sendung Spotlight des ORF, hier im Duett mit Peter Rapp.

    Interessanter Sidefact für alle Berliner: Reinhard Mey wurde in Berlin-Wilmersdorf geboren und besuchte das Französische Gymnasium (FG), wo er 1963 das französische Baccalauréat und das deutsche Abitur absolvierte. Zu seinen Klassenkameraden an der Schule zählten der spätere Liedermacher Ulrich Roski und Gesine Schwan. Im Anschluss absolvierte Mey eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Schering AG und ein darauf folgendes BWL-Studium an der TU Berlin brach er nach 6 Semestern ab, um sich ganz der Liedermacherei zu widmen. Wohl eine gute Entscheidung...

    Spotlight war eine Musiksendung für die Jugend, die zwischen 1968 bis 1978 vom österreichischen Rundfunk (ORF) ausgestrahlt wurde. Sie war das Pendant zu Beat Club oder Musikladen in Deutschland.

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  • Reinhard Mey - Es gibt keine Maikäfer mehr

    4:06

    Der deutsche Liedermacher Reinhard Mey bei seinem Auftritt in der Sendung Spotlight des ORF, 1975.

    Interessanter Sidefact für alle Berliner: Reinhard Mey wurde in Berlin-Wilmersdorf geboren und besuchte das Französische Gymnasium (FG), wo er 1963 das französische Baccalauréat und das deutsche Abitur absolvierte. Zu seinen Klassenkameraden an der Schule zählten der spätere Liedermacher Ulrich Roski und Gesine Schwan. Im Anschluss absolvierte Mey eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Schering AG und ein darauf folgendes BWL-Studium an der TU Berlin brach er nach 6 Semestern ab, um sich ganz der Liedermacherei zu widmen. Wohl eine gute Entscheidung...

    Spotlight war eine Musiksendung für die Jugend, die zwischen 1968 bis 1978 vom österreichischen Rundfunk (ORF) ausgestrahlt wurde. Sie war das Pendant zu Beat Club oder Musikladen in Deutschland.

  • Reinhard Mey Sommermorgen

    3:25

    Aus dem Album : Die großen Erfolge

  • Reinhard Mey - Mein Testament mit Text / Lyrics

    4:37

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  • Reinhard Mey - Ich wollt wie Orpheus singen

    8:07

    Der deutsche Liedermacher Reinhard Mey bei seinem Auftritt in der Sendung Spotlight des ORF. Nach dem Lied gehen Peter Rapp und Reinhard Mey noch ein Fotoalbum durch, darin auch ein Foto seiner derzeitigen Frau, der Französin Christine (6:08). Die Ehe wurde 1976 geschieden.
    Interessanter Sidefact für alle Berliner: Reinhard Mey wurde in Berlin-Wilmersdorf geboren und besuchte das Französische Gymnasium (FG), wo er 1963 das französische Baccalauréat und das deutsche Abitur absolvierte. Zu seinen Klassenkameraden an der Schule zählten der spätere Liedermacher Ulrich Roski und Gesine Schwan. Im Anschluss absolvierte Mey eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Schering AG und ein darauf folgendes BWL-Studium an der TU Berlin brach er nach 6 Semestern ab, um sich ganz der Liedermacherei zu widmen. Wohl eine gute Entscheidung...

    Spotlight war eine Musiksendung für die Jugend, die zwischen 1968 bis 1978 vom österreichischen Rundfunk (ORF) ausgestrahlt wurde. Sie war das Pendant zu Beat Club oder Musikladen in Deutschland.

  • Reinhard Mey: Mein Dorf am Ende der Welt

    3:45

    Mein Dorf am Ende der Welt aus dem Album Farben von Reinhard Mey

  • Reinhard Mey - Aller guten Dinge sind drei

    3:18

    Reinhard Mey - Aller guten Dinge sind drei

  • Reinhard Mey - Ich liebe Dich - Live 1992

    3:09

    Bei den Songs an einem Sommerabend 1992
    VÖ auf dem Album Alles geht! 1992

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    Lyrics:
    Ich hab‘ unzähl‘ge Seiten vollgeschrieben,
    Ich habe mir Geschichten ausgedacht.
    Bin keine Antwort schuldig geblieben,
    Ich hab‘ den Denker und den Clown gemacht.

    Ich habe Weisheiten von mir gegeben
    Und dabei manche Torheit, wie mir scheint!
    Ich hab‘ geredet, als ging‘s um mein Leben
    Und doch nur immer eins gemeint:

    Ich liebe dich,
    Ich brauche dich,
    Vertrau‘ auf dich,
    Ich bau‘ auf dich,
    Wollte nicht leben ohne dich, –
    Ich liebe dich.

    Ich hab‘ versucht in immer neuen Bildern
    Zu sprechen, doch jetzt geht die Zeit mir aus,
    Ich kann nicht mehr um sieben Ecken schildern,
    Ich sag‘ es einfach und grade heraus.
    Ich sag‘ es einfach, und ich schreibe
    Auf deinen Spiegel, auf die Wand.
    Auf die beschlagene Fensterscheibe
    Wofür ich soviel Umwege erfand:

    Ich liebe dich,
    Ich brauche dich,
    Vertrau‘ auf dich,
    Ich bau‘ auf dich,
    Wollte nicht leben ohne dich, –
    Ich liebe dich.

    Manchmal seh‘ ich uns beide in Gedanken
    Auf einem menschenleeren Bahnsteig stehn,
    Zwischen uns unsichtbare Schranken,
    Und einer bleibt, einer muß gehn.
    Lautsprecherstimmen und Türenschlagen
    Und Winken aus dem anfahrenden Zug. –
    Ich will‘s immer und immer wieder sagen,
    Und sag‘ es dir doch nie genug:

    Ich liebe dich,
    Ich brauche dich,
    Vertrau‘ auf dich,
    Ich bau‘ auf dich,
    Wollte nicht leben ohne dich, –
    Ich liebe dich.

  • Reinhard Mey - Mein Apfelbäumchen

    3:57

    Reinhard Mey - Mein Apfelbäumchen

  • Deutschland, deine Künstler - Reinhard Mey

    42:39

    Intime Doku über Deutschlands größten Musiker. Auch Produzent und Akkordeonist Manfred Leuchter ist hier bei Aufnahmen zu Meys Album Bunter Hund zu sehen. Interviews mit Götz Alsmann und anderen Musikkennern, die Reinhard Mey da einordnen wo er hingehört: in den Olymp, die Ruhmeshalle der Unsterblichen der Musikgeschichte der Welt.

    Diese Doku lief 2008 auf 3Sat, aber ich habe die Tonspur verbessert (normalisiert) und Claudia Roth herausgeschnitten!

    Das Titelfoto zeigt Reinhard Mey mit seiner ersten Frau, der hübschen Französin Christine, die er 1967 heiratete und mit der er 9 Jahre (kinderlos) zusammen blieb, bevor er seine große Liebe Hella kennenlernte mit der er 3 Kinder zeugte. Den traurigen Schicksalsschlag den die Familie traf will ich hier nicht thematisieren, das kann man überall nachlesen. Nur bitte nicht in der BILD!

    ***

    Hier meine private Rezension über Reinhard Mey aus dem Jahr 2012:
    Reinhard Mey ist Deutschlands größter Musiker... Ob ich damit Recht habe oder nicht mag jeder für sich entscheiden, aber wer sich mit seinem Gesamtwerk auseinandersetzt, kommt kaum umhin festzustellen, daß Frédérik Mey, wie er sich in seiner Wahlheimat Frankreich nennt, einer der wortgewaltigsten Vertreter der musischen Dichtkunst ist. Weltweit nota bene!

    Zudem verbirgt sich hinter der sparsamen Instrumentierung seiner seltenen Live Auftritte, wo er lediglich mit einer Wandergitarre bewaffnet in Bänkelsängermanier sein Publikum mucksmäuschenstill spielt und seinen wortreichen Geistesblitzen und lyrischen Geniestreichen, ein Füllhorn an melodiösem Einfallsreichtum.

    Spätestens wenn man ein Orchester an die Bearbeitung seiner Kompositionen setzt, wird deutlich in welch musikalischer Liga dieser Mann spielt und wo sein einzigartiges poetisches Talent nahtlos in seine ebenso beeindruckende harmonisch/melodische Hochbegabung übergeht.

  • Reinhard Mey - Komm, gieß´ mein Glas noch einmal ein - Live 2007

    4:05

    Bei den Songs an einem Sommerabend 2007.
    Zuerst erschienen auf der LP Aus meinem Tagebuch 1970

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    Lyrics:
    Komm, gieß‘ mein Glas noch einmal ein
    Mit jenem bill‘gen roten Wein,
    in dem ist jene Zeit noch wach,
    Heut‘ trink ich meinen Freunden nach.

    Bei diesem Glas denk‘ ich zurück
    An Euch, mit denen ich ein Stück
    Auf meinem Weg gegangen bin;
    Mit diesem Glas trink‘ ich im Sinn
    Nach Süden, Osten, West und Nord
    Und find‘ Euch in Gedanken dort,
    Wo immer Ihr Zuhause seid,
    Seh‘ die Gesichter nach der Zeit
    In meinem Glas vorüberzieh‘n,
    Verschwommene Fotografien,
    Die sich wirr aneinanderreih‘n:
    Und ein paar Namen fall‘n mir ein.

    Komm, gieß‘ mein Glas noch einmal ein..........

    Karl, der sich nicht zu schade fand,
    Der, wenn es mulmig um mich stand,
    So manche Lanze für mich brach.
    Auf Klaus, der viel von Anstand sprach
    Und der mir später – in der Tat,
    Die beste Pfeife geklaut hat.
    Mein Zimmernachbar bei Frau Pohl,
    Der nach Genuß von Alkohol
    Mein Zimmer unerträglich fand
    Und alles kleinschlug kurzerhand.
    So übte der sich damals schon
    Für seine Weltrevolution.

    Komm, gieß‘ mein Glas noch einmal ein............

    Dem stets betrunk‘nen Balthasar,
    Der immer, wenn er pleite war,
    Seinen Kredit bei mir bekam,
    Und wenn ich mich selbst übernahm,
    Dann zahlte stets der Franz für mich,
    Bis Balthasar die Schuld beglich.
    Volker und Georg, die mit mir
    Brüderlich teilten Schnaps und Bier,
    Die fahr‘n zu dieser Zeit voll Rum
    Auf irgendeinem Pott herum,
    Auf irgendeinem Ozean
    Und spinnen neues Seemannsgarn.

    Komm, gieß‘ mein Glas noch einmal ein

    Verwechs‘le ich Euch, vergaß ich Dich,
    Läßt mich mein Gedächtnis im Stich?
    Vieles ist schon so lange her,
    Kenn‘ ich nicht alle Namen mehr,
    So kenn‘ ich die Gesichter doch
    Und erinnere mich noch.
    Und widme Euch nicht wen‘ger Raum,
    Geschrieben haben wir uns kaum. –
    Denn eigentlich ging keiner fort:
    In einer Geste, einem Wort,
    In irgendeiner Redensart
    Lebt Ihr in meiner Gegenwart.

  • Reinhard Mey - Wie vor Jahr und Tag

    4:38

    Eines der besten Lieder des einfach besten Liedermachers!

    Danke, Reinhard

  • Reinhard Mey - Ich bin Klempner von Beruf 1974

    4:14

    Reinhard Mey - Ich bin Klempner von Beruf 1974

    Ich bin Klempner von Beruf.
    Ein dreifach Hoch dem, der dies gold'ne Handwerk schuf!
    Denn auch in den grössten Nöten
    Gibt es immer was zu löten.
    Immer wieder gibt es Pannen
    An WC's und Badewannen:
    Ich bin Klempner von Beruf.

    Neulich hab' ich einen Boiler installiert,
    Der hat gut und gern zwei Tage funktioniert.
    Dann war er drei Tage alt
    Und das heisse Wasser kalt.
    Na, da hab' ich gar nicht lange repariert,
    Sondern sofort einen neuen installiert.

    Und da fragt mich doch der Kunde noch nachher,
    Ob denn reparieren nicht doch preiswerter wär'.
    Da antwort' ich blitzeschnell:
    „Ihr uraltes Modell
    Stellt die Firma doch schon gar nicht mehr her,
    Und Ersatzteile gibt's längst nicht mehr.

    Ich bin Klempner von Beruf.
    Ein dreifach Hoch dem, der dies' gold'ne Handwerk schuf.
    Selbst in schweren Wirtschaftskrisen
    Find' ich Rohre hinter Fliesen,
    Ist ein Unglück anzurichten:
    Und ein Abfluss abzudichten,
    Ich bin Klempner von Beruf.

    Gestern mittag hat ein Kunde angeklopft,
    Bei ihm sei wohl ein Abwasserrohr verstopft.
    Ich erneu're rasch die Dichtung,
    Und dann stimmt auch schon die Richtung,
    Wenn man einen Stopfen in die Röhre pfropft,
    Kann es sein, dass der Rücklaufkrümmer tropft.

    Doch wahrscheinlich hat ein Doppelflansch geklemmt,
    Darum hab' ich gleich die Mauer aufgestemmt
    Und das Halbrundstück durchstochen
    Und die Wohnungswand durchbrochen
    Und die Nachbarwohnung auch noch überschwemmt.
    Es gibt nichts, das einen Klempner hemmt.

    Ich bin Klempner von Beruf.
    Ein dreifach Hoch dem, der dies' gold'ne Handwerk schuf.
    Immer werden Hähne tropfen,
    Werden Waschbecken verstopfen.
    Es gibt immer was zu schweissen,
    Abzubau'n und einzureissen:
    Ich bin Klempner von Beruf.

    Letzte Pfingsten war es, glaub' ich, um halb acht,
    Da rief ein Mann an, völlig aufgebracht:
    Bei ihm sei ein Rohr gebrochen,
    Er selbst nass bis auf die Knochen,
    Und das gluckert und das sprudelt und das kracht.
    „Prima, sagte ich: „das wird sofort gemacht.

    An einem nebligen Novembertag
    Bracht' ich ihm erstmal den Kostenvoranschlag.
    Noch muss er zum Keller schwimmen
    Und zur Nacht sein Dach erklimmen,
    Denn vor Juni tu' ich keinen Hammerschlag.
    So hat jeder seine Sorgen heutzutag'.

    Ich bin Klempner von Beruf.
    Ein dreifach Hoch dem, der dies' gold'ne Handwerk schuf.
    Es gibt immer ein paar Muffen
    krumm zuhau'n und Abzubuffen,
    Es gibt immer was zu schweissen,
    abzubau'n und einzureissen
    Ich bin Klempner von Beruf.

    Am Freitag kam eine Reklamation,
    Ein Kunde rügte die Installation,
    Immer, wenn er Wasser zapfe,
    Sammle Erdgas sich im Napfe,
    Und klingle zufällig das Telefon,
    Gäb es manche heftige Detonation.

    Ich löste das Problem höchst elegant,
    Indem ich Telefon und Hahn verband.
    Wenn es jetzt im Hörer tutet,
    Wird die Küche überflutet
    Und durch diesen Kunstgriff meisterlicher Hand,
    Ist schont jede Explosionsgefahr gebannt.

    Ich bin Klempner von Beruf.
    Ein dreifach Hoch dem, der dies' gold'ne Handwerk schuf.
    Denn in Villen, Hütten, Lauben,
    Gibt es Muttern zu verschrauben,
    Selbst auf Schlössern, alten, stolzen,
    Gibt es Schellen zu verbolzen:
    Ich bin Klempner von Beruf.

    Gründlich sein ist jeden Klempners Pflicht.
    Donnerstag war eine Leitung nicht ganz dicht.
    Mit dem Anzieh'n einer Mutter
    Ist das längst noch nicht in Butter,
    Denn, wenn dabei eine Bogenschelle bricht,
    Reduziert sich oft die Druckmanschette nicht.

    Folglich habe ich vom Keller bis zum Dach
    Alle Rohre neu verlegt und hab' danach
    Auch den Kühlschrank noch erneuert,
    Was die Sache zwar verteuert,
    Aber dafür sagt mir auch kein Kunde nach,
    Dass ich bei der Arbeit halbe Arbeit mach'.

    Ich bin Klempner von Beruf.
    Ein dreifach Hoch dem, der dies' gold'ne Handwerk schuf.
    Linker Hand die Werkzeugtasche,
    Zwanz'ger Schlüssel, Thermosflasche,
    Rechter Hand meine Rohrzange,
    So wird mir so schnell nicht bange:
    Ich bin Klempner von Beruf.

    Und braucht man keine Klempner mehr,
    Na, dann werd' ich halt Installateur.

  • Reinhard Mey Ich wollte wie Orpheus singen

    2:24

    Aus dem Album : Die großen Erfolge

  • Reinhard Mey - Annabelle 1972

    2:41

    Reinhard Mey - Annabelle 1972

    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich intellektuell,
    Du bist so wunderbar negativ
    Und so erfrischend destruktiv.
    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich unkonventionell,
    Ich bitte dich, komm sei so gut,
    Mach meine heile Welt kaputt!

    Früher war ich ahnungslos wie ein Huhn,
    Doch sie erweitert mein Bewußtsein nun,
    Und diese Bewußtseinserweiterung
    Ist für mich die schönste Erheiterung.
    Seit ich auf ihrem Bettvorlieger schlief,
    Da bin ich ungeheuer progressiv,
    Ich übe den Fortschritt und das nicht faul:
    Nehme zwei Schritt auf einmal und fall aufs Maul.

    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich intellektuell,
    Du bist so wunderbar negativ
    Und so erfrischend destruktiv.
    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich unkonventionell,
    Ich bitte dich, komm sei so gut,
    Mach meine heile Welt kaputt!

    Früher, hab ich oft ein eigenes Auto benutzt,
    Hab mir zweimal täglich die Zähne geputzt,
    Hatt zwei bis drei Hosen und ein paar Mark in bar,
    Ich erröte wenn ich denk was für ein Spießer ich war.
    Seit ich Annabelle hab, sind die Schuhe unbesohlt,
    Meine Kleider hab ich nicht mehr von der Reinigung abgeholt,
    Und seit jenem Tag gehör ich nicht mehr zur Norm:
    Denn ich trage jetzt die Nonkonformisten-Uniform.

    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich intellektuell,
    Du bist so wunderbar negativ
    Und so erfrischend destruktiv.
    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich unkonventionell,
    Ich bitte dich, komm sei so gut,
    Mach meine heile Welt kaputt!

    Früher, als ich noch ein Spießer war,
    Ging ich gern ins Kino, in Konzerte sogar.
    Doch mit diesem passiv-kulinarischen Genuß
    Machte Annabelle kurz entschlossen Schluß.
    Wenn wir heut ausgehn, dann geschieht das allein,
    Um gesellschaftspolitisch auf dem Laufenden zu sein.
    Heut, bitt ich, Annabelle, erhör mein Flehn,
    Laß uns zu einem Diskussionsabend gehn!

    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich intellektuell,
    Du bist so wunderbar negativ
    Und so erfrischend destruktiv.
    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich unkonventionell,
    Ich bitte dich, komm sei so gut,
    Mach meine heile Welt kaputt!

    Früher hab ich manchen Tag und manche Nacht
    Auf dem Fußballplatz und in der Kneipe zugebracht,
    Mit Freunden geplaudert, meine Zeit verdöst,
    Doch dann hat Annabelle mich von dem Übel erlöst.
    Heut sitz ich vor ihr und hör mit offenem Mund,
    Wenn sie für mich doziert, Theorien aufstellt und
    Ich wünsche diese Stunden würden nie vergehn.
    Ich könnt ihr tagelang zuhörn, ohne ein Wort zu verstehen.

    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich intellektuell,
    Du bist so wunderbar negativ
    Und so erfrischend destruktiv.
    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich unkonventionell,
    Ich bitte dich, komm sei so gut,
    Mach meine heile Welt kaputt!

    Früher war ich, wie das alles zeigt,
    Einem billigen Vergnügen niemals abgeneigt,
    Doch ab heute wird nicht meht genossen,
    Dafür diskutiern wir beide unverdrossen.
    Wenn ich zu ihren Füßen lieg,
    Dann üb ich an mir Selbstkritik,
    Und zum Zeichen ihrer Sympathie
    Nennt sie mich süßer Auswuchs kranker Bourgeoisie.

    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich unkonventionell,
    Du bist so herrlich emanzipiert
    Und hast mich wie ein Meerschweinchen dressiert.
    Annabelle, ach Annabelle,
    Du bist so herrlich intellektuell,
    Un zum Zeichen deiner Emanzipation
    Beginnt bei dir der Bartwuchs schon.

  • x
  • Reinhard Mey - Gute Nacht Freunde - Live 1996

    2:55

    Bei den Songs an einem Sommerabend 1996
    VÖ auf dem Album (LP) Mein Achtel Lorbeerblatt 1972

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    Lyrics:
    Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu geh‘n.
    Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Steh‘n.

    Für den Tag, für die Nacht unter eurem Dach.
    Habt Dank für den Platz an eurem Tisch, für jedes Glas, das ich trank,
    Für den Teller, den ihr mit zu den euren stellt, als sei selbstverständlicher nichts auf der Welt.

    Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu geh‘n.
    Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Steh‘n.

    Habt Dank für die Zeit, die ich mit euch verplaudert hab‘
    Und für Eure Geduld, wenn‘s mehr als eine Meinung gab.
    Dafür, daß ihr nie fragt, wann ich komm‘ oder geh‘,
    Für die stets offene Tür, in der ich jetzt steh‘.

    Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu geh‘n.
    Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Steh‘n.

    Für die Freiheit, die als steter Gast bei euch wohnt.
    Habt Dank, daß ihr nie fragt, was es bringt, ob es lohnt.
    Vielleicht liegt es daran, daß man von draußen meint,
    Daß in euren Fenstern das Licht wärmer scheint.

    Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu geh‘n.
    Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Steh‘n.

  • Reinhard Mey - Gute Nacht Freunde

    2:42

    Der deutsche Liedermacher Reinhard Mey bei seinem Auftritt in der Sendung Spotlight des ORF, hier im Duett mit österreichischen Moderator Peter Rapp.

    Interessanter Sidefact für alle Berliner: Reinhard Mey wurde in Berlin-Wilmersdorf geboren und besuchte das Französische Gymnasium (FG), wo er 1963 das französische Baccalauréat und das deutsche Abitur absolvierte. Zu seinen Klassenkameraden an der Schule zählten der spätere Liedermacher Ulrich Roski und Gesine Schwan. Im Anschluss absolvierte Mey eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Schering AG und ein darauf folgendes BWL-Studium an der TU Berlin brach er nach 6 Semestern ab, um sich ganz der Liedermacherei zu widmen. Wohl eine gute Entscheidung...

    Spotlight war eine Musiksendung für die Jugend, die zwischen 1968 bis 1978 vom österreichischen Rundfunk (ORF) ausgestrahlt wurde. Sie war das Pendant zu Beat Club oder Musikladen in Deutschland.

  • Reinhard Mey - Irgendein Depp mäht irgendwo immer

    6:57

    Live Version

  • Reinhard Mey Abschied

    2:43

  • Reinhard Mey Ankomme, Freitag den 13

    4:54

    Aus dem Album : Die großen Erfolge

  • Reinhard Mey Einen Antrag auf Erteilung eines Antragformulars

    5:44

    Aus dem Album : Die großen Erfolge

  • Reinhard Mey, Hannes Wader, Konstantin Wecker: Es ist an der Zeit

    5:37

    Songs an einem Sommerabend 2014 - Abend der Liedermacher

  • Reinhard Mey: Zeugnistag

    4:30

    Ein Lied von Reinhard Mey, das manche Eltern zum Nach- und Umdenken anregen könnte...

  • Reinhard Mey - Die Ballade vom Pfeifer - Live 1974

    3:46

    Live im SRF 1974
    VÖ auf dem Album (LP) Aus meinem Tagebuch 1970

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    Lyrics:
    Ich ritt aus San Alfredo im letzten Tageslicht,
    Vielleicht auch aus El Paso, so genau weiß ich das nicht.
    Seit vierzig Tagen, vierzig Nächten war ich auf der Flucht,
    In jeder Stadt fand ich mein Bild, darunter stand: Gesucht!
    Sie nannten mich den Stillen, und man flüsterte mir nach,
    Daß, wenn ich was zu sagen hätte, mein Colt für mich sprach.

    Sie nannten mich den Pfeifer, und meine Devise hieß:
    Wenn Dir wer vor die Mündung kommt, erst pfeife, und dann schieß!
    Warum ich pfiff, das weiß ich nicht, weiß nicht mal, wie ich heiß‘,
    Im Westen ist es niemals gut, wenn einer zuviel weiß!
    Ich weiß nur, wo mein Lied erklang, da wurden Bretter knapp,
    Weil jeder Schreiner wußte, daß es Arbeit für ihn gab.

    Als ich nach Bloody Corner kam, sah ich von weitem her:
    Die Summe unter meinem Namen hatte zwei Stellen mehr.
    Ein Prämienjäger sagte: „Pfeifer, ich wart‘ schon auf dich!“
    Ich fuhr herum, pfiff einen Ton, dann sprach mein Colt für mich.
    Als wenig später im Salon mein Achtunddreißiger spie,
    Da spielte der Mann am Klavier dazu die Melodie.

    Die Ellenbogen aufgestützt, die Flügeltür im Blick
    Stand neben mir ein Fremder, sehr glatt rasiert und dick.
    „Man nennt mich hier den Denker“, so stellte er sich vor,
    Spie lässig in den Spucknapf und sagte mir ins Ohr:
    „Wenn Du zehntausend Dollar brauchst, dann hab‘ ich einen Plan,
    Todsicher, genial, einfach!“ Dankbar nahm ich an.

    Jetzt sitz‘ ich hinter Gittern, von Zweifeln angenagt,
    Vielleicht war doch des Denkers Plan so gut nicht, wie er sagt.
    Er sagte: „Das bringt Dir zehntausend Dollar, wenn Du‘s wagst
    Zum Sheriff ins Büro zu geh‘n, Dich vorstellst und ihm sagst:
    Grüß Gott, ich bin der Pfeifer, ich komm‘ selber, wie Ihr seht,
    Um die Belohnung zu kassier‘n, die auf meinen Kopf steht!“
    Ich sitz‘ auf meines Pferdes Rücken unter dem Galgenbaum,
    Einen Strick um meinen Hals, der Henker hält mein Pferd im Zaum.
    Gleich gibt er ihm die Zügel, und dann ist‘s mit mir vorbei,
    Der Totengräber gräbt mein Grab und pfeift mein Lied dabei.
    Der Scharfrichter tut seine Pflicht, mein Pferd setzt sich in Trab …,
    Und unten ruft der Regisseur:
    Verdammte Schlamperei, jetzt ist uns der Ast schon zum dritten Mal abgebrochen,
    Der Film ist auch gerissen, Also Kinder, für heute ist Feierabend,
    Die Leiche dreh‘n wir morgen ab.

  • Reinhard Mey - Hab Dank Für Deine Zeit

    3:52

    Ich der den Hut vor keinem zieht,
    vor keinem Herren niederkniet
    und dessen Nacken nicht lernt sich zu neigen.
    Ich komm, weil ich dir sagen will,
    Dein Beispiel macht mich klein und still
    und bringt mein freches Lästern mal zum Schweigen.
    Die Kinder hängen an Dir dran,
    keins das allein auskommen kann,
    ich seh Dich aus der kleinen Herde ragen.
    Mißliebige Blicke manchmal
    sie sind nicht so genannt normal
    laß mich für die sprachlosen Münder sagen . . .
    Hab Dank für deine Zeit.
    Hab Dank für deine Freundlichkeit,
    für die Arbeit deiner Hände,
    für den Mut der Wiederstände
    überwindet, und alle Engstirnigkeit.

    Hab Dank für deine Zeit.
    Du, die im Altenheim wie's heißt
    geduldig zuzuhören weist,
    wo wir die alten Leute nur verwalten.
    Denen, die dort vergessen sind,
    bist du Verwanter, Freund und Kind,
    der einzige Besuch, den sie erhalten.
    Du in dem großen Krankenhaus
    machst deinen Dienst tagein, tagaus
    und du besitzt die Kraft Leiden zu mindern.
    Kein Ruhm, kein Orden der dir fehlt,
    die Aufgabe, die dich beseehlt,
    ist Trost zu geben und Schmerzen zu lindern . . .
    Zu seh'n, daß es Leute wie dich
    unter uns gibt, das tröstet mich
    und die Gewißheit dessen ist mit teuer.
    Ein Funke deiner Menschlichkeit
    wärmt mich in unsrer rauen Zeit
    und leuchtet wie ein großen Freudenfeuer . . .

  • Lilienthals Traum

    7:33

    Reinhard Mey und die Berliner Philharmoniker: Lilienthals Traum

    [...] Auch ich habe mir die Beschaffung eines Kulturelementes zur Lebensaufgabe gemacht, welches Länder verbindend und Völker versöhnend wirken soll. Unser Kulturleben krankt daran, daß es sich nur an der Erdoberfläche abspielt. Die gegenseitige Absperrung der Länder, der Zollzwang und die Verkehrserschwerung ist nur dadurch möglich, daß wir nicht frei wie der Vogel auch das Luftreich beherrschen.
    Der freie, unbeschränkte Flug des Menschen, für dessen Verwirklichung jetzt zahlreiche Techniker in allen Kulturstaaten ihr Bestes einsetzen, kann hierin Wandel schaffen und würde von tief einschneidender Wirkung auf alle unsere Zustände sein.

    Die Grenzen der Länder würden Ihre Bedeutung verlieren, weil sie sich nicht mehr absperren lassen; die Unterschiede der Sprachen würden mit der zunehmenden Beweglichkeit der Menschen sich verwischen. Die Landesverteidigung, weil zur Unmöglichkeit geworden, würde aufhören, die besten Kräfte der Staaten zu verschlingen, und das zwingende Bedürfnis, die Streitigkeiten der Nationen auf andere Weise zu schlichten als den blutigen Kämpfen um die imaginär gewordenen Grenzen, würde uns den ewigen Frieden verschaffen.

    Entnommen aus Otto Lilienthals Brief an Moritz von Egidy in Berlin.

  • Reinhard Mey - Gute Nacht Freunde

    2:56

    Reinhard Mey - Gute Nacht Freunde. Da ich es nach langem suchen nicht original finden konnte, Hab ich es nun hier einfach mal selber veröffentlicht.

  • Reinhard Mey - Gib mir Musik - Live 1996

    4:58

    Bei den Songs an einem Sommerabend 1996
    VÖ auf dem Album (LP) Leuchtfeuer 1996

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    Lyrics:
    In der zugigen Markthalle, die auf meinem Schulweg lag,
    War ein kleiner Plattenladen, bei dem lief den ganzen Tag
    Ein Zehn-Schellack-Plattenwechsler, und dabei war auch ein Lied,
    So ein Lied, wo es dich packt, daß du nicht weißt, wie dir geschieht.
    Und da stand ich starr und hörte und mir blieb gar keine Wahl:
    Ich mußt‘ es wieder hör‘n und wieder und nochmal und noch einmal.
    Aber dafür hieß es warten: Zehn Lieder hin und zehn zurück,
    Jedesmal ‘ne knappe Stunde für knapp drei Minuten Glück.
    Das gab Ärger in der Schule, doch ich hab‘ mich nicht beschwert,
    Die Musik war all die Nerverei und alle Schläge wert!

    Gib mir Musik! Alles Gemeine ist verklungen,
    All die Hänselei‘n, die Mißerfolge, die Demütigungen.
    Die bitt‘re Niederlage ist in Wirklichkeit ein Sieg.
    Gib mir Musik!

    In der ersten Frühmaschine zwischen Frankfurt und Berlin,
    Eingekeilt zwischen zwei Businessmen, das Frühstück auf den Knie‘n,
    Den Walkman auf den Ohren, die Musik ist klar und laut,
    Und ich wag‘ es kaum zu atmen, und ich spür‘ die Gänsehaut,
    Wie ein mächt‘ger Strom von Wärme mich mit der Musik durchfließt,
    Wie mir plötzlich, unwillkürlich Wasser in die Augen schießt.
    Und ich weiß ich hab‘ natürlich kein Taschentuch im Jackett,
    Und ich wein‘ einfach drauflos und auf mein Frühstückstablett.
    Links und rechts die Nadelstreifen und ich heulend mittendrin.
    Ob die Guten wohl sich wohl vorstellen können, wie glücklich ich bin?

    Gib mir Musik, um mir ein Feuer anzuzünden,
    Um die dunklen Tiefen meiner Seele zu ergründen,
    Meine Lust und meine Schmerzen, Narben, die ich mir selbst verschwieg.
    Gib mir Musik!
    In die leere Hotelhalle heimwärtsstolpern, nachts um drei.
    Noch ein Abend voller Lieder, noch ein Fest ist jetzt vorbei.
    Der Portier döst hinterm Tresen, soll es das gewesen sein?
    Noch ganz kurz zusammensitzen, das letzte, letzte Glas Wein...
    Und jetzt steht da dies Klavier und Manni rückt den Sessel ran,
    Streicht ganz sacht über die Tasten, fängt zu spielen an und dann
    Läßt er Töne funkeln, perlen und wie Sternenstaub aufweh‘n,
    Läßt die Melodien fließen, läßt kleine Wunder gescheh‘n.
    Und er rührt dich und er schürt dich und zerreißt dich Ton für Ton,
    Bis du glaubst, dein Herz zerspringt in einer Freudenexplosion!

    Gib mir Musik! Die Träume, die längst aufgegeben,
    Verschüttet in mir verdorr‘n, beginnen wieder aufzuleben,
    Und ich weiß, daß ich jede verlor‘ne Chance noch einmal krieg.
    Gib mir Musik!

  • Reinhard Mey - Wir

    4:41

    ... alles mißverstehn und streiten um Nebensächlichkeiten als einzige Gemeinsamkeit ...
    Aus dem Album Farben von 1990.

  • Reinhard Mey Nein meine Soehne geb ich nicht

    4:57

    Reinhard Mey Nein meine Soehne geb ich nicht

    wieder kein Video
    Aber das Lied ist toll

  • Reinhard Mey - Pöter

    10:12

    Reinhard und seinen speziellen Fetisch für Hintern

    Lyrics
    Immer wieder streif‘ ich mit verklärtem Blick durch Wald und Flur,
    Und ich kann mich gar nicht sattsehn, an der Vielfalt der Natur,
    Und ich werd‘ nicht müd‘, den Reichtum und die Launen
    Und den Aberwitz der Schöpfung zu bestaunen:
    Kugelfisch, Rohrdommel, Steinlaus, Milbe, Maibock, doch indes,
    Die schönste, bunte Vielfalt hat das menschliche Gesäß:

    Es gibt dicke Pöter,
    Und todschicke Pöter,
    Es gibt selbstbewußte „ich-fang‘-alle-Blicke“-Pöter.
    Pöter, damit kannst du Geldschränke aufbrechen,
    Und die allen DIN-Vorschriften widersprechen.
    Es gibt bleiche Pöter
    Und steinreiche Pöter,
    Es gibt „ich-verbitte-mir-alle-Vergleiche“-Pöter.
    Manche Pöter dienen dem Gesetz der Schwerkraft als Beweis,
    Manche kriegen den deutschen Landwirtschaftspreis!

    Es gibt ehrliche Pöter,
    Brandgefährliche Pöter,
    Es gibt völlig unerklärlich, unentbehrliche Pöter,
    Pöter, die die ganze Last des Erdballs tragen,
    Pöter, die beim Abschied leise „Servus“ sagen.
    Es gibt ebene Pöter,
    Gottgegebene Pöter,
    Immer-voll-im-Trend und immer voll danebene Pöter.
    Manche hat die Vorsehung zum Staatsoberhaupt auserkor‘n,
    Manche sehn immer nur aus wie‘n Arsch mit Ohr‘n.

    Es gibt wunderliche Käuze und die sammeln voller Fleiß
    Zuckerwürfel, Kronenkorken, Briefmarken und all so‘n Scheiß,
    Und die ordnen sie in langen, dunk‘len Wintern
    In Ihre Alben ein. Und ich? Ich sammle Hintern.
    Aber streng nach Katalog und wenn der Frost vorm Hause klirrt,
    Sortiere ich meine Südpole, daß mir‘s warm ums Herze wird:

    Es gibt zackige Pöter,
    Und stiernackige Pöter.
    Es gibt splitterfasernackige, pausbackige Pöter.
    Es gibt stirnrunzelnde, es gibt sorgenvolle
    Und welche, die gehn durch jede Gesichtskontrolle.
    Es gibt faltige Pöter,
    Ganz gewaltige Pöter,
    Vielgestaltig, mannigfaltig, doppelspaltige Pöter
    Und manch gutmütigen Pöter, der still in der Hose hängt,
    Bis er die oben off‘ne Richter-Skala sprengt!

    Es gibt eklige Pöter,
    Es gibt klägliche Pöter,
    Es gibt unerträglich, unsäglich alltägliche Pöter.
    Es gibt Pöter, die sehn aus, als ob sie schielen,
    Pöter, die schon leicht ins Kanzlerhafte spielen.
    Es gibt niedliche Pöter,
    Es gibt friedliche Pöter,
    Es gibt ziemlich unterschiedlich appetitliche Pöter.
    Es gibt Pöter, die tun – jawoll! – nur immer ihre Pflicht,
    Es gibt Pöter, die gibt es einfach nicht!

    Gern verschenk‘ ich meine Freundschaft, gern verschenk‘ ich mein Vertrau‘n.
    Einst glaubt‘ ich, du mußt den Menschen nur tief in die Augen schau‘n
    Und du kannst dich ihrer Treue sicher wähnen,
    Doch ich sah viel falsches Lächeln, falsche Tränen!
    Heute schau ich auf die Pöter, ich schau nicht mehr ins Gesicht,
    Denn eins habe ich begriffen: Pöter lügen nicht!

    Es gibt ruppige Pöter,
    Es gibt schuppige Pöter,
    Blitzeblanke, drei-Tage-Bart, oder struppige Pöter.
    Zeitgeistpöter und Pöter vom alten Schlage.
    Pöter oder nicht Pöter, das ist die Frage!
    Es gibt verschrumpelte Pöter
    Und verkrumpelte Pöter,
    Völlig ahnungslose, total überrumpelte Pöter,
    Unschuldige Pöter, gnadenlos in Hüfthalter gepreßt,
    Mehr als sich uns‘re Schulweisheit träumen läßt!

    Es gibt coole Pöter,
    Es gibt schwule Pöter,
    Es gibt die: Kuckuck,-ich-gehe-noch-zur-Schule-Pöter.
    Manche haben kecke Grübchen in den Backen,
    Andre wieder können Kokosnüsse knacken.
    Es gibt geschwungene Pöter,
    Ungezwungene Pöter,
    Gedrungene, gehüpfte wie gesprungene Pöter.
    Es gibt Pöter, die sehn aus wie eine Schiffschlacht vor Kap Horn
    Und beim nächsten Mal sing‘ ich euch was von vorn.
    Es gibt ranke Pöter
    Und „Nein danke“ Pöter.
    Es gibt blanke, „schnell, Versteck‘ dich hier im Schranke“ Pöter,
    Pöter, die zwängen sich nachts in eine Fessel
    Und am Tage in einen Ministersessel!
    Es gibt stille Pöter,
    Es gibt schrille Pöter,
    Es gibt Glitzer und Pailletten in der Rille Pöter.
    Manche Pöter bläh‘n sich auf und werden wirklich ganz enorm
    Und sind wie geschaffen für die Uniform!

    Es gibt grollende Pöter,
    Es gibt schmollende Pöter
    Und mit ‘nem jovialen Arschzwinkern, wohlwollende Pöter

  • Reinhard Mey - Menschenjunges

    5:26

    Reinhard Mey - Menschenjunges

  • Reinhard Mey - ...es bleibt eine Narbe zurück

    3:23

    Lied elf vom Album Ikarus (1975).

    Das ganze Album als Playlist:

  • Reinhard Mey - Keine ruhige Minute

    2:32

    Reinhard Mey - Keine ruhige Minute

  • Reinhard Mey - 51er Kapitän

    5:56

  • Reinhard Mey - Annabelle, ach Annabelle

    4:06

    Reinhard Mey mit dem Song Annabelle

  • Reinhard Mey - Ein Stück Musik von Hand gemacht

    4:02

    Lyrics:
    Ein Stück Musik von Hand gemacht

    Zur Blütezeit der Fast-Food-Zivilisation,
    Der Einheitsmeinung, der Geschmacksautomation,
    Der Plastikgefühle und der High-Tech-Lust,
    Der Wegwerfbeziehung mit dem Einweg-Frust,
    Zur Zeit der Fertigträume aus der Traumfabrik,
    Der Micky-Maus-Kultur und der Steckdosenmusik.

    Da lob' ich mir ein Stück Musik von Hand gemacht,
    Noch von einem richt'gen Menschen mit dem Kopf erdacht,
    'ne Gitarre, die nur so wie 'ne Gitarre klingt,
    Und 'ne Stimme, die sich anhört, als ob da jemand singt.
    Halt ein Stück Musik aus Fleisch und Blut,
    Meinetwegen auch mal mit 'nem kleinen Fehler, das tut gut,
    Das geht los und funktioniert immer und überall,
    Auch am Ende der Welt, bei Nacht und Stromausfall!

    Wenn der große, wilde Rock'n Roller rockt und rollt,
    Mit der Wahnsinnslasershow über die Bühne tollt,
    Wenn die Lautsprecher dröhnen und das Hallendach schwingt,
    Daß mir der Bruch raustritt und die Brille springt,
    Dann denk' ich d'ran, daß, wenn jetzt jemand an der Sich'rung dreht,
    Der Rockstar mucksmäuschenstill, lammfromm und im Dustern steht.

    Wenn ich den Selbstentwerter im Omnibus
    Nicht bedienen kann und wieder schwarzfahr'n muß,
    Wenn die Wasserwerke mir den Hahn zudreh'n,
    Weil ich's nicht lerne, die Computerrechnung zu versteh'n,
    Wenn ich einseh'n muß, ich krieg' den HiFi-Turm nicht an,
    Weil ich die Einschaltautomatik nun mal nicht einschalten kann.

    Bis zum Tag, an dem man mich wegrationalisiert,
    Oder als nicht programmierbar einfach aussortiert,
    Wenn der große Rechner kommt und alles überwacht,
    Meine Vorlieben und Macken voll erfaßbar macht,
    Auch wenn ich schon ganz und gar maschinenlesbar bin
    Mit 'nem Balkencode am Schniedel und 'ner Prüfziffer am Kinn.

  • Reinhard Mey - Sauwetterlied - Live 1993

    4:29

    Live bei den Songs an einem Sommerabend 1993
    VÖ auf dem Album Alles geht! 1992

    This video is for entertainment purposes only.
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    Bitte unterstützen Sie die Künstler durch den Kauf ihrer Musik.

    Lyrics:
    Ich steh‘ am Fenster und seh‘, wie der Regen fällt,
    Da gibt es kein Zurück, da gibt‘s nichts, was mich hält!
    Wenn man keine Hundeseele vor die Türe jagt,
    Das ist genau die Art von Wetter, die mir zusagt.
    Wenn es Blasen regnet, wenn man in die Pfütze tappt,
    Wenn es in den Schuhen quietscht und der Schirm überklappt,
    Wenn der Bus mich im Vorbeifahr‘n mit einer Fontäne überzieht,
    Dann summ‘ ich stillvergnügt mein Sauwetterlied:

    Das ist ein schlichtes und ergreifendes Sauwetterlied
    Über den Tiefdruckwirbel Helga, der vorüberzieht.
    Ein Lied, das nichts bewirkt und keinen Anspruch stellt,
    Das sich nur daran freut, daß der Regen fällt.
    Die ganze Botschaft ist: Ich mag‘s, wenn‘s nieselt,
    Wenn es tropft und wenn es schüttet, wenn es schifft und pieselt,
    Wenn es trommelt oder prasselt, und es ist mir ein Fest,
    Wenn es pladdert, wie wenn eine Kuh das Wasser läßt.

    Alle maulen, alle meckern übers Wetter, ich nicht,
    Wenn das Wetter nicht so wird wie im Wetterbericht.
    Ob du meckerst oder jubelst, deprimiert bist oder froh,
    Ist völlig wurscht, denn das Wetter kommt sowieso.
    Und dann sehe ich es lieber schon als Optimist
    Und ich freue mich, daß überhaupt noch Wetter ist.
    Und um die Sonne zu mögen, gehört nicht viel,
    Aber das Sauwetter zu lieben, ehrlich, das hat Stil!

    Das ist ein schlichtes und ergreifendes Sauwetterlied
    Über den Tiefdruckwirbel Helga, der vorüberzieht.
    Ein Lied, das nichts bewirkt und keinen Anspruch stellt,
    Das sich nur daran freut, daß der Regen fällt.
    Die ganze Botschaft ist: Ich mag‘s, wenn‘s nieselt,
    Wenn es tropft und wenn es schüttet, wenn es schifft und pieselt.
    Wenn es trommelt oder prasselt, und es ist mir ein Fest,
    Wenn es pladdert, wie wenn eine Kuh das Wasser läßt.

    Wenn mein Körper an der Nordseite schon Moos ansetzt,
    Fühl‘ ich, wie mich plötzlich etwas nach Mallorca hetzt.
    Da lieg‘ ich dann wie tausend links und rechts von mir auch,
    Und verseng‘ mir Nase, Hintern, Haxen und den Bauch.
    Dann sehn‘ ich dunkle, schwarze Wolken und den Heimflug herbei,
    Große, grüne, nasse Wiesen und ich atme frei.
    Endlich setzt der Flieger auf, die Erwartung ist groß:
    Erst geht die Flugzeugtür auf und der Wolkenbruch los!

    Und ich summe mein ergreifendes Sauwetterlied
    Über den Tiefdruckwirbel Helga, der vorüberzieht.
    Ein Lied, das nichts bewirkt und keinen Anspruch stellt,
    Das sich nur daran freut, daß der Regen fällt.
    Die ganze Botschaft ist: Ich mag‘s, wenn‘s nieselt,
    Wenn es tropft und wenn es schüttet, wenn es schifft und pieselt,
    Wenn es trommelt oder prasselt, und es ist mir ein Fest,
    Wenn es pladdert, wie wenn eine Kuh das Wasser läßt.

  • Reinhard Mey - Es gibt keine Maikäfer mehr - Live 1974

    3:43

    Live im SRF 1974
    VÖ auf dem Album (LP) Wie vor Jahr und Tag 1974

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    Lyrics:
    Wenn ich vor dem neuen Parkhaus stehe, denk‘ ich manchmal dran,
    Wie das früher hier mal aussah, eh‘ der große Bau begann:
    Da, gleich an der Einfahrt, an der Kasse, da war Schlüters Haus
    Und gleich dort, neben der Schranke, da wohnte die alte Kraus.
    Bei der stieg ich regelmäßig jedes Frühjahr über‘n Zaun,
    Und genauso regelmäßig wurde ich dafür verhau‘n.
    In den Garten wagten sich die Nachbarskinder nicht und so
    Gab‘s darin zur Maikäferzeit viel mehr als sonst anderswo.
    Ich seh‘ mich noch heute loszieh‘n mit dem großen Schuhkarton,
    Mit den Luftlöchern im Deckel zu mancher Expedition;
    Und ich rüttelte an Bäumen, und ich wühlte auch im Moos,
    Die Erfolge waren prächtig und mein Trickreichtum war groß.
    Würd‘ ich heut noch einmal loszieh‘n, blieb mein Schuhkarton wohl leer;
    Selbst ein guter Käferjäger
    Brächte keinen Schornsteinfeger,
    Keinen Müller, erst recht keinen Kaiser her:
    Es gibt keine Maikäfer mehr, es gibt keine Maikäfer mehr!

    Hin und wieder sah der alte Schlüter meine Beute an.
    Der war Maikäferexperte und erinnerte sich dran,
    Daß die Käfer damals eine Plage waren, daß sogar
    Dem, der die meisten einfing, eine Prämie sicher war,
    Daß die Kinder schulfrei kriegten für den Maienkäferfang,
    Und er sagte, daß ihm damals mancher schöne Coup gelang.
    Und die Zahlen, die er nannte, die beeindruckten mich tief,
    So daß ich mit meiner Beute fast beschämt nach Hause lief.
    Wenn ich heut‘ noch einmal halb so viel wie damals fangen könnt‘,
    Würd ich wohl‘ zum König aller Maikäfersucher gekrönt.
    Nicht, daß ich vergessen hätte, wie und wo man welche fängt,
    Oder aus dem Alter raus bin, wo es einen dazu drängt.
    Nein, würd‘ ich noch einmal loszieh‘n, blieb mein Schuhkarton wohl leer;
    Selbst ein guter Käferjäger
    Brächte keinen Schornsteinfeger,
    Keinen Müller, erst recht keinen Kaiser her:
    Es gibt keine Maikäfer mehr, es gibt keine Maikäfer mehr!

    Es gibt wichtigere Dinge, aber ich schreibe trotzdem
    Auf ein Birkenblatt die Noten für ein Käferrequiem.
    Es gibt sicher ein Problem, dessen Erforschung sich mehr lohnt
    Als, warum denn heut‘ im Parkhaus wohl kein Maikäfer mehr wohnt.
    Warum kriecht im Eichbaum, der davorsteht, keiner im Geäst?
    Wenn mir diese Frage letzten Endes keine Ruhe läßt,
    Dann vielleicht, weil ich von ihnen einst gelernt hab‘, wie man summt,
    Wie man kratzt und wie man krabbelt, wie man zählt und wie man brummt,
    Wie man seine Fühler ausstreckt und natürlich, weil ich find‘,
    Daß sie irgendwie entfernte Namensvettern von mir sind.
    Vielleicht ängstigt mich ihr Fortgeh‘n, denn vielleicht schließ‘ ich daraus,
    Vielleicht geh‘n uns nur die Maikäfer ein kleines Stück voraus.
    Denn würd ich noch einmal loszieh‘n, blieb mein Schuhkarton wohl leer;
    Selbst ein guter Käferjäger
    Brächte keinen Schornsteinfeger,
    Keinen Müller, erst recht keinen Kaiser her:
    Es gibt keine Maikäfer mehr, es gibt keine Maikäfer mehr!

  • Reinhard Mey Interview über neues Album 2020 und Tournee-Absichten

    3:43

    ... bitte gebt mir diesmal noch ein paar Jahreszeiten mehr, um meine Lieder mit Liebe und Leidenschaft, mit Muße und Hingabe zu schreiben und werden zu lassen. - reinhard-mey.de im September 2018. Und im Interview vom Dezember 2018 stellt Heiner Knapp von radioBerlin 88.8 nun die wichtigen Fragen: Wieviel Zeit gibst du dir denn dann? - Und auch die Frage nach einer nächsten Tour wird aufgeworfen: Wird es eine Abschiedstournee geben? Hört selbst.

  • Reinhard Mey - Allein

    4:32

    Er drang mir in die Seele, weiß Gott, wie er mich traf
    der Spott der guten Kinder, ich war das schwarze Schaf
    im Pausenhof, die Tränen niederkämpfend, stand ich stumm
    der Inhalt meines Ranzens lag verstreut um mich herum
    wie wünscht ich mir beim Aufsammeln eine helfende Hand
    ein Lächeln, einen Trost, und da war keiner, der sich fand
    und ich hatte keinen Freund, und schlechte Noten, ist ja wahr
    und unmoderne Kleider und widerspenstiges Haar

    Allein - wir sind allein
    wir kommen und wir gehen ganz allein
    wir mögen noch so sehr geliebt, von Zuneigung umgeben sein
    die Kreuzwege des Lebens gehen wir immer ganz allein
    Allein - wir sind allein
    wir kommen und wir gehen ganz allein

    Wir waren uns alle einig in dem großen Saal
    wir hatten große Pläne und ein großes Ideal
    ich war der Frechste und der Lauteste und hatte Schneid
    ich wusste unsere Stärke war unsere Geschlossenheit
    doch mancher, der von großer gemeinsamer Sache sprach
    ging dabei doch nur seiner kleinen eigenen Sache nach
    und als ein Held sich nach dem anderen auf die Seite schlich
    stand einer nur im Regen, und der eine, der war ich

    Und noch ein Glas Champagner und sie drückten mir die Hand
    und alle waren freundlich zu mir, alle waren charmant
    und mancher hat mir auf die Schulter geklopft, doch mir scheint
    es hat wohl mancher eher sich als mich damit gemeint
    die Worte wurden lauter und sie gaben keinen Sinn
    das Gedränge immer enger und ich stand mitten drin
    und fühlte mich gefangen wie ein Insekt im Sand
    je mehr es krabbelt desto weiter rückt der Kraterrand

    Nun, ein Teil meines Lebens liegt hinter mir im Licht
    von Liebe überflutet und gesäumt von Zuversicht
    in Höhen und in Tiefen auf manchem verschlungenen Pfad
    fand ich gute Gefährten und fand ich guten Rat
    doch je teurer der Gefährte, desto bitterer der Schluss
    dass ich den letzten Schritt des Wegs alleine gehen muss
    wie sehr wir uns auch aneinander klammern, uns bleibt nur
    die gleiche leere Bank auf einem kalten leeren Flur

  • Reinhard Mey Diplomatenjagd

    3:03

    Aus dem Album : Die großen Erfolge

  • Reinhard Mey - Der Mörder ist immer der Gärtner

    4:56

    Reinhard Mey - Der Mörder ist immer der Gärtner

  • Reinhard Mey - Wir - Live 1991

    5:06

    Bei den Songs an einem Sommerabend 1991
    VÖ auf dem Album Jahreszeiten 1987

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    Lyrics:
    Heimkehr in wohlbekannten Wegen,
    Ich schließe die Wohnungstür auf.
    Sie kommt mir kaum noch je entgegen,
    Schaut kaum von ihrer Arbeit auf.
    Und es gibt nichts zu sagen,
    Und es gibt keine Fragen
    Und auch keine Antwort darauf.

    Und Tage kommen, Tage gehen,
    Und so fliegt mein Leben dahin.
    Wag‘ nicht in den Spiegel zu sehen,
    Wie müde ich geworden bin.
    Und von so vielen Plänen
    Bleiben Scherben und Tränen
    Und nur die Frage nach dem Sinn.

    Ich wollte Freiheit, grenzenlose Weite
    Und keine Schranken in unsrem Lebensraum
    Und Sieger sein mit ihr an meiner Seite.
    Nun scheit‘re ich vor ihr an meinem Traum.

    Ich hör‘ die Schlüssel in den Türen,
    Ich weiß, jetzt ist er endlich hier,
    Und ich weiß, seine Schritte führen
    Ihn nicht als erstes mehr zu mir.
    Und ich weiß, er wird schweigen,
    Und ich werde nicht zeigen
    Daß ich auf meiner Insel frier‘.

    Was da vergeht, das ist mein Leben,
    Ist vielleicht meine beste Zeit!
    Es muß noch etwas andres geben,
    Mehr als das Einsamsein zu zweit,
    Als Mißversteh‘n und Streiten
    Um Nebensächlichkeiten
    Als einzige Gemeinsamkeit!

    Ich wollte hoch hinaus, ich wollte fliegen.
    Ich wollte wachsamer als andre sein.
    Der Alltag sollte mich nicht unterkriegen,
    Jetzt holt der Alltag meine Höhenflüge ein.

    Und sie ist alles, was ich liebe!
    Und er ist alles, was ich will!
    Und wenn doch eine Chance bliebe?
    Und meine Zweifel schweigen still.
    Wir könnten neu beginnen,
    Einander neu gewinnen,
    und wenn sie es nur will, ich will!

    Warum geht leben miteinander
    Nur mit so viel Leiden einher?
    Warum ist der Weg zueinander,
    Warum der erste Schritt so schwer?
    Es ist so leicht zu kränken
    Und so schwer einzulenken!
    Ich liebe sie so sehr!
    Wir wollten doch den Horizont erreichen
    Und haben nur ein Schiffchen aus Papier,
    In keinem Lebenssturm die Segel streichen,
    Wir können es noch immer, zusammen – WIR!

  • Reinhard Mey - Leb wohl, adieu, gute Nacht - Live 1994

    4:41

    Bei den Songs an einem Sommerabend 1994
    Mit Manfred Leuchter am Keyboard.
    VÖ auf dem Album Immer weiter 1994

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    Lyrics:
    Hab‘ den Garderobenschlüssel steckenlassen.
    Im Fortgehn seh‘ ich noch einmal
    Durch die verwaisten Bühnengassen
    In den großen, dunklen, leeren Saal.
    Vor ein paar Stunden bin ich hier gestorben
    Vor diesem lauernden, kauernden Tier.
    Ich hab‘s geliebt, ich hab‘ es umworben
    Und es war gut und freundlich zu mir.
    Jetzt brennt noch eine düstre Arbeitslampe
    Nach all der Scheinwerferpracht.
    Ich geh‘ noch einmal nach vorn an die Rampe,
    Leb wohl, adieu, gute Nacht.

    Merkwürd‘ge Stille und verlass‘ne Stühle,
    Die Luft ist feucht, warm und verbraucht.
    Menschen haben dem Saal ihre Gefühle
    Und ihre Wärme eingehaucht.
    Ich hab‘ mich angezündet und gehäutet
    In Kaskaden gleißenden Lichts.
    Mit euch hat mir der Saal die Welt bedeutet,
    Ohne euch bedeutet er nichts.
    Jetzt sind dies wieder ganz profane Bretter,
    Gleich wird hier der Kehraus gemacht.
    Scherben, Papier und ein paar Blumenblätter,
    Leb wohl, adieu, gute Nacht.
    Ich habe mich heute mit voller Kehle
    An euch betrunken und berauscht.
    Ich habe heute ein Stück meiner Seele
    Für eure Liebe eingetauscht.
    Ihr seid zurückgekehrt in euer Leben,
    Ich kehre zurück in meins,
    Aus diesem Saal, wo wir noch eben
    So verschieden waren und doch eins.
    Doch einen Schritt auf so verschied‘nen Wegen
    Haben wir zusammen gemacht
    Und kamen einander von ferne entgegen.
    Leb wohl, adieu, gute Nacht.

    Worte und Lieder sind nun lang verklungen,
    Lange verklungen der Applaus.
    Sie sind schon ferne Erinnerungen,
    Ich bin ein Fremder in dem stillen Haus.
    Ich will den Zauber nur noch einmal spüren,
    Und finde ihn schon nicht mehr.
    Der Plan für morgen hängt schon an den Türen,
    Ich gehöre schon nicht mehr hierher.
    „Beginn 20 Uhr“ kann ich grad noch lesen.
    Ich schließ‘ die Bühnentür ganz sacht.
    Heute bin ich hier glücklich gewesen.
    Leb wohl, adieu, gute Nacht.

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